Welche Kündigungsfristen gelten für meinen Mietvertrag?



Es gibt gesetzliche Rahmenbedingungen, welche die Länge von Kündigungsfristen vorgeben. Dies sind meistens 3 Monate, aber es gibt auch längere und kürzere Fristen. Zudem gelten die im Vertag vereinbarten Fristen, es sei denn sie widersprechen den gesetzlichen Regelungen.

Wenn Sie ein Mieter sind, dann gelten die Kündigungsfristen, die in Ihrem Mietvertrag stehen. In der Regel betragen Kündigungsfristen bei unbefristeten Mietverhältnissen 1-3 Monate. Es ist gesetzlich festgelegt, dass eine Kündigungsfrist für Mieter maximal 3 Monate betragen darf. Wenn für Sie als Mieter in einem unbefristeten Mietvertrag eine Kündigungsfrist von mehr als 3 Monaten festgelegt ist, dann ist diese Klausel ungültig und es gilt für Sie die gesetzlich festgelegte Kündigungsfrist von 3 Monaten. Wenn Sie ein befristetes Mietverhältnis haben, dann gibt es keine rechtliche Grundlage für eine vorzeitige ordentliche Kündigung.

Sie können ein befristetes Mietverhältnis nur ordentlich kündigen, wenn im Mietvertrag ein Kündigungsrecht enthalten ist oder Sie sich mit dem Mieter einigen.

Gleiches gilt für den Vermieter. Auch dieser kann ein befristetes Mietverhältnis nicht ordentlich kündigen, es sei denn im Mietvertrag ist ein Kündigungsrecht enthalten. Wenn ein Vermieter ein unbefristetes Mietverhältnis kündigen möchte, dann gelten die im Mietvertrag vereinbarten Fristen. Es dürfen jedoch keine Kündigungsfristen von weniger als 3 Monaten vereinbart werden. Zudem verlängern sich die Kündigungsfristen für den Vermieter, wenn Mieter bereits langjährige Bewohner sind. Wenn ein Mieter länger als 5 Jahre in einer Wohnung wohnt, verlängert sich die Kündigungsfrist auf 6 Monate, wenn er länger als 8 Jahre dort wohnt, verlängert sich die Kündigungsfrist sogar auf 9 Monate.

Alle diese Kündigungsfristen gelten für ordentliche Kündigungen. Bei besonders schwerwiegenden Gründen, wie etwa ausbleibenden Mietzahlungen oder Bedrohungen und Beleidigungen zwischen den Parteien, kann es rechtlich möglich sein, eine außerordentliche fristlose Kündigung auszusprechen. Wenn die gegnerische Partei jedoch Einspruch erhebt, ist die Kündigung erst nach einer Gerichtsverhandlung und einem entsprechenden Urteil gültig.

Bei der Einhaltung von Fristen gilt für Mieter und Vermieter der Tag, an dem der Brief zugegangen ist. Es zählt also NICHT das Datum des Poststempels, sondern der eigentliche Eingang beim Empfänger. In der Regel kann bei einer dreimonatigen Kündigungsfrist eine Kündigung bis zum dritten Werktag des Monats zugehen, um zum Ende des übernächsten Monats gültig zu werden. Wer also eine Kündigung ausspricht, die am dritten Werktag im Februar beim Empfänger eingeht, kündigt somit zum 30 April. Gleiches gilt bei längeren Kündigungsfristen. Wenn ein Schreiben erst am vierten Werktag eines Monats oder später eingeht, gilt die Kündigung erst für das Ende des vierten Monats, in unserem Beispiel also für den 31 Mai. Eine Ausnahme bildet hierbei der Fall, wenn der dritte Werktag auf einen Samstag fällt (auch Samstage sind Werktage). Dann verschiebt sich die Frist auf den nächstfolgenden Werktag.

Ein Kündigungsschreiben gilt auch dann bereits als zugestellt, wenn nur ein Benachrichtigungszettel der Post in den Briefkasten geschmissen wurde, unabhängig davon ob und wann das Schreiben dann von der Poststelle abgeholt wurde.


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