Was bedeutet „ordentliche Kündigung“?



Sowohl Mieter als auch Vermieter können ordentlich kündigen. Dies bedeutet, dass mit den ganz normalen gesetzlichen Kündigungsfristen gekündigt wird.

Die ordentliche Kündigung ist die Kündigung mit gesetzlicher Frist.

Ordentliche Kündigung für Mieter:

Wenn Sie Mieter einer Wohnung sind und Ihren Mietvertrag ordentlich kündigen möchten, dann müssen Sie die Bedingungen in Ihrem Mietvertrag beachten. In diesem steht geschrieben, mit welcher Frist Sie kündigen können und an wen Sie die Kündigung senden müssen. Es gibt jedoch auch rechtliche Vorgaben, die beachtet werden müssen. Bei unbefristeten Mietverträgen muss laut Gesetz eine Frist von 3 Monaten eingehalten werden. Es muss also mindestens 3 Monate vor dem Auszug gekündigt werden. Es ist aber möglich, dass sich der Vermieter und der Mieter vertraglich auf kürzere Kündigungsfristen einigen. Eine Vereinbarung von längeren Kündigungsfristen ist hingegen nicht zulässig. Wenn es sich um einen befristeten Mietvertrag handelt, dann gibt es kein gesetzliches Kündigungsrecht. Der Mieter hat also die volle Laufzeit des Mietvertrages zu erfüllen, es sei denn es wurde im Mietvertrag etwas anderes vereinbart. Es gibt auch Ausnahmen bei Kündigungsfristen.

Eine ordentliche Kündigung des Mietvertrages muss vom Mieter nicht begründet werden. Die Kündigung muss laut §568 BGB schriftlich erfolgen. In diesem Schreiben muss ganz deutlich gemacht werden, dass es sich um die Kündigung handelt. Es ist außerdem eine Unterschrift notwendig. Wenn mehrere Personen den Mietvertrag unterschrieben haben, dann müssen alle diese Personen auch die Kündigung unterschreiben.

Ordentliche Kündigung für Vermieter:

Wenn Sie Vermieter sind und ordentlich kündigen möchten, dann müssen Sie die gesetzlichen Fristen und Vorgaben beachten, ebenso wie die Vereinbarungen im Mietvertrag.

Die Kündigungsfristen für einen Mietvertrag hängen davon ab, wie lange ein Mieter schon in einer Wohnung wohnt. Wenn der Mieter weniger als 5 Jahre in der Wohnung wohnt, dann gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Wenn ein Mieter schon länger als 5 Jahre die Wohnung bewohnt, verlängert sich die Kündigungsfrist des Vermieters auf 6 Monate, und wenn der Mieter bereits 8 Jahre oder länger die Wohnung bewohnt, verlängert sich die Kündigungsfrist sogar auf 9 Monate. Es ist möglich, im Mietvertrag andere Kündigungsfristen festzulegen, aber nur wenn es sich um kürzere Kündigungsfristen für den Mieter oder längere Kündigungsfristen für den Vermieter handelt. Es ist nicht möglich, im Mietvertrag kürzere Kündigungsfristen für den Vermieter zu vereinbaren. Es gibt auch Ausnahmen bei Kündigungsfristen.

Der Vermieter kann aber nicht einfach so kündigen, sondern muss eine gute Begründung für die Kündigung haben. Laut §573 BGB sind solche Gründe, bzw. „berechtigtes Interesse“ an einer Kündigung, etwa, wenn der Vermieter Eigenbedarf anmeldet, also selbst die Wohnung beziehen möchte oder möchte, dass ein Familienmitglied dort einzieht. Außerdem führen Vertragspflichtverletzungen seitens des Mieters dazu, dass der Vermieter ordentlich kündigen kann. In einigen besonders schwerwiegenden Fällen kann hier auch außerordentlich gekündigt werden.

Der Vermieter kann auch ordentlich kündigen, wenn er durch die Vermietung daran gehindert wird, das Grundstück angemessen wirtschaftlich zu verwerten. Falls also beispielsweise in einem alten Wohnpark nur noch wenige Mietparteien wohnhaft sind und der Wohnpark abgerissen werden soll, um ein Einkaufszentrum zu errichten, so kann dies aus Gründen der wirtschaftlichen Verwertung eine ordentliche Kündigung rechtfertigen. Es ist gesetzlich aber explizit ausgeschlossen, Mietparteien zu kündigen, um anschließend eine Mieterhöhung durchzuführen.

Die ordentliche Kündigung muss schriftlich erfolgen (Wie muss ein Kündigungsschreiben aussehen? Welche Informationen müssen enthalten sein?) und explizit und detailliert den Grund der Kündigung darlegen. Es reicht beispielsweise nicht aus, nur „Eigenbedarf“ als Kündigungsgrund anzugeben. In diesem Falle müsste genau dargelegt werden, wer die Wohnung beziehen soll. Außerdem muss der Mieter in der Kündigung auf seine Widerspruchsmöglichkeiten hingewiesen werden.


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